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Motorrad und Fahrer Ausrüstung

HJC Systemhelm

mein erster Klapphelm

HJC HelmeWir schreiben das Jahr 2012 und diesen Winter bin ich über unseren Reise Kollegen Fred an einen neuen Helm gekommen: ein HJC R-PHA Max System Klapphelm. Laut HJC der derzeit leichteste Systemhelm und das kann ich bestätigen. Mein XL Helm bringt 1500gr auf die Waage, die kleineren Größen sind mit 1400gr noch leichter. Soviel wiegt mein alter Shoei Integralhelm ohne den ganzen Komfort und Mechanik des HJC Helms. Erreicht wird das Gewicht durch eine neue 6-lagige Verbund Schale aus 4 Materialien. HJC nennt das P.I.M. (Premium Integrated Matrix).

Diesen Helm gibt es in 4 Uni-Farben ohne Dekor, eben eher Typisch für die Tourenfahrer. Auf bunte und schrille Streifen kann ich auch gut verzichten. Das anthrazit Grau des Helms passt gut zu meinem Motorrad und der Kleidung. Obwohl mein Motorrad Silbern ist habe ich von der Farbe Silber für den Helm Abstand genommen da es mir persönlich zu hell ist. Die Lackierung des Helms ist tadellos und die Farbe gefällt mir.

HJC VerschlussDer Verschluss des Kinnriemens fordert von mir eine Umgewöhnung. Mein letzter Helm hatte einen Doppel-D Ring, der HJC hat nun eine sogenannte Micro-Raste, die nur eingesteckt wird und dabei in vielen kleinen Stufen justierbar ist. Die grobe Verstellung des Riemens erfolgt über einen B-Ring im Riemen. Der Verschluss ist schnell und leicht durch einen Zug am Bändchen zu öffnen. Die Polster im Helm sind mit einem speziellen Stoff bezogen, der einen Kühlungseffekt haben soll und die Temperatur um 2-3° absenken kann. Er soll außerdem Anti-Bakteriell wirken und Gerüche wenig aufnehmen. Die Polster sitzen angenehm und geben dem Helm einen guten halt auf meinem Kopf.

HJC R-PHA MAXWie es sich für einen Systemhelm gehört, verfügt der R-PHA MAX über eine eingebaute Sonnenblende mit 2 Raststellungen für den Normalbetrieb. Eine 3. Stellung in Verbindung mit dem Löseknopf dient der Wartung der Sonnenblende (Ein/Ausbau). Die Bedienung ist auch mit Handschuhen problemlos. Man muss zum Rückstellen der Sonnenblende nicht unbedingt den Knopf erwischen. Ein Klopfen auf dem Helm reicht und die Blende gleitet zurück.

Der Klappmechanismus lässt sich über eine Taste vor dem Kinn bedienen. Die Taste lässt sich leicht erreichen und der gesamte Mechanismus macht einen ordentlichen Eindruck. Man muss nicht befürchten, das gleich was auseinander fällt.

Im Lieferumfang befand sich ein Pinlock innen Visier, das zusätzlich eingesetzt werden kann. Dieses Visier verhindert das Beschlagen von Innen durch eine Art Doppelverglasung mit dazwischen liegendem Luftpolster. Ist das Pinlock Visier montiert sieht man bei geschlossenem Visier keine Ränder des Einsatzes. Der Einsatz ist so groß, das die Ränder hinter den Gummis verschwinden, was sehr angenehm ist. Zusätzlich ist der Helm auch serienmäßig mit einem Atemabweiser ausgestattet. Des Weiteren findet man 2 Reserve Schrauben (dem Gewicht und Optik nach möglicherweise aus Titan) für die Visier Halterung sowie ein Stück Stoff mit Klettverschluss zum Einsetzen als Windschutz unter dem Kinn. Das alles lässt sich dann, zusammen mit der dicken Anleitung in vielen Sprachen, in dem mitgelieferten Beutel staubsicher unterbringen.

Inzwischen schreiben wir Mai 2012 und der Helm war ein paar Tage weg um eine Kommunikationsanlage einzubauen. Mehr dazu weiter unten. Endlich können wir auch mal Touren machen und den Helm ausgiebig in der Praxis testen. Um es vorweg zu nehmen: mir sagt der Helm sehr zu. Die integrierte Sonnenblende erfüllt ihren Zweck gut und ich kann mit normaler Brille fahren. Eine echte Erleichterung bei Tunneldurchfahrten. Die Lautstärke passt auch. Das ist natürlich immer sehr subjektiv und stark abhängig vom Motorrad und dem Luftstrom. Bei meiner Yamaha FJR mit Touring Scheibe ganz hochgefahren ist es angenehm. Ein paar kleine Punkte, die das insgesamt sehr positive Gesamtbild nicht besonders schmälern, gibt es aber auch. Als Brillenträger kann ich nicht den zusätzlichen innenliegenden Atemschutz montieren. Die Brille beschlägt sofort (Prinzip bedingt), aber das ist auch bei anderen Helmen der Fall. Das Visier selber beschlägt so gut wie gar nicht - sehr gut! Ach ja, das Blickfeld ist auch großzügig. Da fühle ich mich mit meinem alten Helm doch deutlich eingeengter.

Die Druckknöpfe zum Fixieren der Innenpolster sind meiner Meinung ein wenig schwach und gehen manchmal beim Auf- oder Absetzen selber auf, so dass man sie wieder reindrücken muss (geht einfach). Das ist insofern bemerkenswert das man beim Tragen des Helms in der Hand auf einmal ein Polster aus dem Helm ziehen kann wenn man ihn am Rand trägt. Aber dieser kleine Schönheitsfehler gibt höchstens ein paar Zehntel Abzug in der B-Note. Ich werde dem mit ein paar Mittelchen zur Schraubensicherung (lösbar) Abhilfe schaffen. Die Polster selber sind auf Dauer sehr angenehm und halten den Helm gut und sicher auf dem Kopf. Auch an das Riemenschloss muss ich mich noch gewöhnen, aber es hält gut, leicht zu öffnen und auch nicht wirklich unpraktisch, halt ein anderes System.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Einer der besten Helme, die ich bislang benutzt habe. Ich freue mich schon auf die nächste Tour damit.

 

BlueBike

Bluetooth für den Helm

BlueBikeWir leben einer multimedialen Welt und der Wunsch auch auf dem Motorrad das eine oder andere Gerät nutzen zu können steht bei vielen Fahrern auf der Wunschliste. Früher war das immer ein elendes Gestöpsel und die Kabel hingen irgendwo rum. Die Einbauten im Helm waren auch nicht besonders schön. So bin ich nun hocherfreut das BlueBike IN System testen zu können. Es handelt sich hierbei um einen kabellosen Einbau in den Helm, der es erlaubt viele Geräte in Stero per BlueTooth (BT) zu verbinden, mit einem Sozius zu reden oder mit einer ganzen Gruppe, die das System auch einsetzt (Teamtalk). Und das Ganze ohne zusätzliche Einbauten im Motorrad. Alles was man braucht ist im Helm untergebracht.

Zum Anfang muss ich sagen, das Technik für mich keine Magie ist und ich mit allen modernen Geräten intuitiv klar komme. Deshalb fällt es mir nicht schwer mich in das BlueBike IN einzuarbeiten. Es wird quasi als Plug&Play Lösung angeboten, was es generell auch ist, aber es erspart einem nicht die Anleitung zu lesen und vor der ersten Fahrt am besten auf dem Schreibtisch ein paar Trockenübungen zu machen um die Handhabung zu verinnerlichen. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Geräteauswahl der zu verwendenden Zuspielgeräte. Nicht alles, wo BlueTooth drauf steht eignet sich mit allen Funktionen. Vor Überraschungen ist man hier leider nicht sicher, was aber im BT System selbst begründet ist. Die BlueBike Anlage kann hierfür nichts. Am besten ist es vor dem Kauf alles zusammenzutragen und beim Hersteller nachfragen, ob das überhaupt geht und ob irgendwo mit Einschränkungen gelebt werden muss. Besonders bei älteren Geräten aus der Anfangszeit der BT Technik kann man Überraschungen erleben. Firmwareupdates für die Oldies gibt es meist leider nicht mehr und so hilft hier nur moderner Ersatz, der den gültigen Standard einhält.

Das System wird vom Hersteller in den Helm eingebaut. Es ist fast unsichtbar nach dem Einbau. Man hat an der linken Seite des Helms 4 Gummitasten, die sich auch mit Handschuhen bedienen lassen. Dazu ein Mikrofon mit Schwanenhals, was sich gut positionieren lässt. Hinten unter dem Helmfutter befindet sich das Ladekabel um den Akku mit einer Laufzeit von 15-20h nach der Tour wieder zu laden. Die Bedienung erfolgt über die 4 Tasten und Sprachsteuerung. Verarbeitung und Lieferumfang sind sehr gut. Praktische Idee: Eine Kurzanleitung im Kugelschreiber zum Ausziehen. Die Ladung des Akkus erfolgt über einen Ladeadapter mit 12V. Ein 230V Adapter und verschiedene Stecker für Bord Steckdosen liegen bei. So sollte jeder eine Möglichkeit finden den Akku auch unterwegs laden zu können.

Bei der Inbetriebnahme gilt es erst einmal die Geräte zu verbinden (pairen). Wer sich mit seinem Navi und Handy auskennt, hat damit eigentlich keine Probleme, das geht mit der kurzen BlueBike Anleitung problemlos. Schon nach Sekunden kann z.B. das Handy Musik in den Helm liefern. Hier lauert der erste Fallstrick: damit Musik in Stereo übertragen werden kann und gut klingt, muss das Gerät das BT Protokoll A2DP unterstützen. Fehlt das, wie z.B. beim Garmin Zümo 550 (Baugleich mit BMW Navigator III) wird man eine Enttäuschung erleben. Man hört Musik und Navi Ansagen, aber nur in Mono und Telefonqualität. Das ist aber kein Mangel der BlueBike IN sondern liegt am zuspielenden Gerät. Wir haben es mit einem älteren Garmin Zümo 550 ausprobiert. Eine Lösung in diesen Fällen ist es, das Navi nicht mit BT zum Helm zu koppeln und am analogem Audio Ausgang des Navi ein BT Audio Dongle (gibt es auch bei BlueBike als Zubehör) zu installieren. Anschließend wird das Dongle mit dem Helm gekoppelt und schon klappt es mit gutem Sound. Das Handy wird dann ganz normal mit dem Zümo gepaired um die Telefonfunktion über das Navi zu nutzen.

Diese Lösung mit dem Audio Dongle ist die flexible Lösung für alle Geräte mit analogen Ausgang. Ich muss so was in Verbindung mit meinem alten Garmin GPSmap278 einsetzen, da dieses Gerät gar kein BT hat. In diesem Fall wird das Dongle und das Handy jeweils separat mit dem Helm gekoppelt, was problemlos möglich ist da er über mehrere Kanäle verfügt. Wer sich ein Dongle zulegt und plant das am Motorrad fest zu verbauen muss darauf achten ein Gerät zu bekommen, das auch dann funktioniert wenn es mit externer Spannung betrieben wird. Viele Fern-Ost Dongles stellen den Funkbetrieb beim Laden des Akkus ein. Das BlueBike Dongle funktioniert aber sowohl im Akku- als auch im Ladebetrieb. Das erklärt auch den kleinen Preisunterschied.

Wenn man seine Geräte nun verbunden und sich mit der Bedienung vertraut gemacht hat kommt als nächstes die Wahl ob man Solo, mit Sozius im Gegensprechbetrieb fährt oder mit einer Gruppe unterwegs ist. Der Gruppenmodus (Teamtalk) erlaubt eine Verbindung von einem Sprecher zu allen Zuhörern, um so Anweisungen durch zu geben. Auslösen kann man so eine Durchsage mit Tastendruck oder Sprachgesteuert. Es bleiben dann 15 Sekunden für das Sprechen. Solange sind alle anderen blockiert und können nur zuhören oder wegdrücken. Hier lohnt es sich auch vor der Abfahrt ein paar Trockenübungen zu machen, denn bei unserem ersten Test hat sich rausgestellt das manche Dinge nicht so ganz einfach sind. Wir hatten ein paar Hindernisse auf dem Weg im Zusammenspiel der gesammelten Handys, Navis und Helme in Verbindung mit dem Teamtalk und den Funkkanälen. Hier müssen wir in unserer Gruppe noch ein wenig Feintuning betreiben damit alles zusammen passt. Aber wie gesagt, das übliche BT Problem da jeder Hersteller irgendwo sein eigenes Süppchen kocht obwohl eigentlich alles genormt sein sollte. Da hat es eine Universelle BT Kommunikationsanlage nicht leicht.

Ich möchte an dieser Stelle noch eine kleine Abschweifung in die Technik machen um ein paar Möglichkeiten zu erläutern, die man beim BlueTooth hat. Beim Handy gibt es je nach Modell die Möglichkeit ein 'Headset' zum Freisprechen zu verbinden. Dieser Headsetmodus, auch HandsFree genannt, dient nur zum Telefonieren. Es gibt Bedienmöglichkeiten zum Abheben, Auflegen und wählen und Zugriff auf das Telefonbuch kann möglich sein. Weitere Audiofunktionen des Handys werden nicht unterstützt. Musik und HandyNavi, soweit vorhanden, bleiben stumm. Damit man auch diese hört benötigt das Handy eine Unterstützung für Audiowiedergabe per BT, am besten im erwähnten A2DP Format. Bei meinem Smartphone ist es so, dass nach der BT Aktivierung 2 BT Dienste zur Verfügung stehen, die beide separat gesteuert werden können. Die BlueBike IN Anlage akzeptiert beide Funktionen meines HTC HD2. Auch ein iPhone macht keine Probleme. Bei Navigationsgeräten ist es meist so, das diese als Freisprecheinrichtung für das Handy genutzt werden können (HandsFree Ziel). Musik vom Handy nimmt das Navi nicht da meist im Navi selbst ein Musikspieler enthalten ist.

Hat man eine solche Handy -> Navi -> Helm Koppelung ergibt sich eine etwas andere Bedienung der Anlage als wenn man Handy -> Helm und Navi (mit Dongle) -> Helm verbindet. Im Ersten Fall steuert die BlueBike nur das Navi mit den Möglichkeiten die das Gerät anbietet. Im zweiten Fall kann die BlueBike das SmartPhone komplett steuern und die Ansagen des Navis einblenden. Was man nun wie macht richtet sich einfach nach den Möglichkeiten der Geräte. Die BlueBike IN ist da recht flexibel und kann eine Möglichkeiten der angeschlossenen Geräte nutzen. Aber nicht immer geht es so, wie man sich das vorher denkt und dann muss man lernen wie man trotzdem die gewünschte Funktion erreicht. Aber niemand sollte sich abschrecken lassen, so schwer ist das nicht. Und jetzt geht es zur ersten Ausfahrt.

 

Fortsetzung folgt nach unserer ersten Ausfahrt.

 

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